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Antifa-AG der Uni Hannover:


Im Hinblick auf die nach wie vor heftig (und oftmals sehr schräg) diskutierte Palästina- bzw. Israel-Frage und die Kollektivschuldtheorie, die sich in nicht geringen Teilen der “Linken” großer Beliebtheit erfreut, dürfte es von Interesse sein, welche politischen Kontakte die Regierung Sharon in Europa u.a. pflegt und wie andererseits die Nachfolgeorganisation des italienischen Neofaschismus (MSI), die vom ehemaligen MSI-Parteichef und heutigen stellvtr. Ministerpräsidenten Gianfranco Fini geführte Alleanza Nazionale, mit Hilfe eben jener Kollektivschuldtheorie und der freundlichen Unterstützung durch die Regierung Sharon ihre Verantwortung für die faschistischen Rassegesetze gezielt verwässert und verwischt. (Wobei die Hofierung des rechten Flügels von Alleanza Nazionale durch Sharon & Co. das Tüpfelchen auf dem i darstellt !)

Wir dokumentieren daher im Folgenden die Übersetzung eines entsprechenden Artikels aus der unabhängigen linken italienischen Tageszeitung “il manifesto” vom 8.10.2002:



Storace fährt nach Tel Aviv.

Die nächste Fahrkarte ist für Fini.


Offizielle Einladung für den “Gouverneur” <der Region Lazio> durch den israelischen Gesundheitsminister, der heute in Rom den stellvertretenden Ministerpräsidenten <und Alleanza Nazionale-Parteichef Fini> trifft.


A.Man.


Für Alleanza Nazionale ist es ein großes Fest. Der Präsident der Region Lazio <und zweitwichtigste Führer des rechten AN-Flügels “Destra Sociale” – Soziale Rechte> Francesco Storace wurde offiziell eingeladen, den Staat Israel zu besuchen. Und wie es scheint passiert noch mehr: Auch für Gianfranco Fini öffnen sich nunmehr die Tore von Tel Aviv. Es war der israelische Gesundheitsminister, Nissin Dahan, der gestern in Rom die Einladung des “Gouverneurs” aussprach. Heute wird Dahan zu Fini gehen. “Daß ich es sein werde, der ihn in den <italienischen Regierungssitz> Palazzo Chigi begleite, wird einen Grund haben”, erklärte Storace. “Morgen wird sich eine bedeutende politische Sache ereignen.” Fini hat bereits im Mai Außenminister Shimon Peres <von der sozialdemokratischen Awoda / Arbeits-Partei> getroffen und von ihm ein erstes Signal erhalten, daß der Weg frei ist. Auch wenn Storace nichts weiter hinzufügte, scheint das heutige Treffen tatsächlich der letzte Akt zu sein, bevor Fini sich nach Israel einschiffen kann. Die vorangegangene Etappe war am 13. September das Interview mit der israelischen Tageszeitung “Haaretz”, in der der stellvertretende Ministerpräsident wegen der Verabschiedung der Rassengesetze von 1938 um Verzeihung bat. Er tat das “im Namen der Italiener” – wie er klarstellte – und nicht als Erbe der faschistischen Partei <Mussolinis PNF> und des <neofaschistischen> MSI. Weshalb er die polemischen Reaktionen der jüdischen Gemeinde erntete und nicht nur der: “Unter den Italienern – daran erinnert sich mehr als einer – gab es auch diejenigen, die sich gegen die Rassengesetze wehrten.” Die Verhandlungen sind nichtsdestotrotz weitergegangen und der Weg nach Tel Aviv scheint für den letzten Sekretär des MSI mittlerweile bergab zu gehen.


Storace, der mehrmals erklärt hat, daß er Finis Urteil über die Rassengesetze teilt, konnte gestern seine Zufriedenheit nicht verbergen. “Für die Rechte öffnen sich die Tore Israels”, sagte er. “Das ist eine außerordentliche Wende, eine wirkliche und wahrhaftige Anerkennung.” Die Nummer 2 der von Gianni Alemanno geführten Destra Sociale, Storace, erhält die Einladung vor Fini (sei es – wie es scheint – auch nur ein Tag) und dies ist für ihn ein Grund mehr zufrieden zu sein. “Auf diese Weise”, fügte er hinzu, “zeigt sich, daß ich nicht ins Abseits gestellt worden bin, sondern die Möglichkeit habe, mich auch außerhalb der nationalen Grenzen und vor allem in jener besonderen Region der Welt würdigen zu lassen.” Mehr konnte der “Gouverneur” nicht sagen. Er versicherte im Gegenteil, daß “Fini die erste Person war, die von der Einladung, die ich erhalten habe, erfahren hat. Es ist alles mit ihm abgestimmt worden.”


Vorbemerkung, Übersetzung und Einfügungen in eckigen Klammern:

Antifa-AG der Uni Hannover