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Gemeinsam für kämpferische und demokratische Gewerkschaften!

Am 13. Oktober hat die erste, sehr erfolgreiche Konferenz der "Plattform für kämpferische und demokratische Gewerkschaften" stattgefunden. Rund 60 TeilnehmerInnen darunter BetriebsrätInnen und AktivistInnen aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich, aus verschiedenen Fachgewerkschaften, sowie der UBG haben über die Notwendigkeit eines Kurswechsels des ÖGB und der Fachgewerkschaften diskutiert.

Von Michael GEHMACHER.

Es war ein deutliches Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit in Teilen der Gewerkschaftsbasis als Antwort auf die offensichtliche Unzulänglichkeit des ÖGB in Bezug auf die Angriffe der Regierung auf ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaftsrechte.

Dass sich an der Stimmung in vielen Betrieben etwas geändert hat und viele Menschen offener für kämpferische Ideen werden, war auch daran zu erkennen, dass man auf der Konferenz viele unbekannte Gesichter sah, die aufgrund der Flugblätter gekommen waren. So kamen mehrere EisenbahnerInnen aus Wien und Oberösterreich. Ihre Berichte, vor allem die Kritik am Überstundenboykott, waren ein kleiner Vorgeschmack auf das, was sich in den letzten Wochen bei der ÖBB abgespielt hat. Die Plattform war auch am ÖGB-Kongress anwesend. Sie trifft sich regelmäßig in Wien, ein Treffen in Oberösterreich ist geplant. In Wien gab es mehrere Aktionen, unter anderem eine Solidaritätskundgebung zwischen dem ersten und zweiten ÖBB-Streik, an der sich auch einige EisenbahnerInnen aus den umliegenden Dienststellen beteiligten.

Wie geht es weiter?

Wir wollen im ÖGB eine klassenkämpferische Opposition aufbauen. Ob das eine Konkurrenz zum GLB ist, fragten uns schon einige KollegInnen. Die Antwort darauf hängt nicht zuletzt vom GLB (Gewerkschaftlicher Linksblock) selbst ab. Die Plattform ist überfraktionell; in ihr arbeiten fraktionslose KollegInnen und solche von FSG, GLB, UG und UBG. Eine stärkere Beteiligung von KollegInnen des GLB ist erwünscht, denn eines muss uns als GLB klar sein: die Zeiten ohne Arbeitskämpfe sind vorbei. Es gibt mehr Möglichkeiten, nicht nur von einer klassenkämpferischen Opposition zu reden, sondern auch Schritte zum Aufbau einer solchen zu setzen.

Unter der ersten blau-schwarzen Regierung wurden Demonstrationen ein normaler Teil des politischen Lebens, in der zweiten Periode von Blau-Schwarz passierte dasselbe mit dem Kampfmittel Streik. Ein Streik bewirkt bei den Menschen die ihn durchführen und bei denen die ihn wohlwollend beobachten eine Politisierung. Wenn diese Streiks vorzeitig abgebrochen werden, wie etwa bei der Pensionsreform oder jetzt bei der Eisenbahn, führt dies zu vielen Fragen: Wozu das Risiko eines Streiks, wenn dann schon bei einem kleinen Teilerfolg abgebrochen wird? Wie kann man einen Streik besser organisieren? Wurden wir verraten? Welche Gewerkschaften brauchen wir? Auf alle diese Fragen müssen wir als klassenkämpferische Gewerkschaftsfraktion eine Antwort entwickeln und diese den KollegInnen in verständlicher Form nahe bringen. Der GLB muss sich als linke und vor allem kämpfende Alternative anbieten. Er hat in diesem Jahr zwar einige Chancen verpasst, aber die nächsten Möglichkeiten kommen bestimmt.

Für uns als SLP (Sozialistische LinksPartei) ist der Aufbau der Plattform ein wichtiger Teil unserer Gewerkschaftsarbeit.

Viele KollegInnen aus dem GLB fragen uns seither, ob sich an unserem Verhältnis zum GLB etwas geändert hat. Dazu haben wir in der letzten GLB-Bundesleitung eine Stellungnahme vorgelegt die auch auf unserer Homepage unter www.slp.at nachzulesen ist.

Infos zur Plattform unter web.utanet.at/labournet.austria oder Tel: 01/524 63 10.


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