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Antifaschistische Proteste trotz Polizeistaatsaufmarsch.
Antifa sagt danke !
 
Am 28. Januar 2006 konnten knapp 120 Neonazis am Stadtrand von Lüneburg einen Aufmarsch durchführen. Die zwei Kilometer lange Route umrundete eine Kleingartenkolonie und wurde in einer für Christian Worch rekordverdächtigen Zeit absolviert. Keine Stunde brauchten sie für ihren Weg. Möglich wurde dieser Kleinstaufmarsch nur durch die tatkräftige Unterstützung durch die Polizei. Weit mehr als 2500 eingesetzte Beamte riegelten das Gebiet, wo die Nazis laufen sollten, hermetisch ab.
 
Der Tag in Lüneburg begann mit einer Kundgebung und anschließender Demonstration des Lüneburger Netzwerk gegen Rechts. An der Auftaktkundgebung nahmen ca. 1.000 Menschen teil. Es sprachen dort ein Vertreter des DGB, zwei Landtagsabgeordnete von SPD und Grünen, der Superintendent der evangelischen Kirche und jemand von Avanti - Projekt undogmatische Linke. Als dann die Demonstration beginnen sollte, schlossen sich noch weitere 1.000 Menschen an. Mit 2.000 TeilnehmerInnen war die Demonstration ein großer Erfolg. Ein Erfolg vor allem für die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen, da zwei Drittel der DemonstrationsteilnehmerInnen die autonome Antifa stellte, die der Mobilisierung der örtlichen Antifa Gruppe folgten. Die Demonstration verlief problemlos und endete wieder im Clamartpark, wo noch ein Vertreter der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) sprach. 
 
Im Anschluss an die Demonstration begaben sich viele noch in den Stadtteil, wo die Nazis laufen wollten. Einigen gelang es auch die Sperren der Polizei zu überwinden und konnten direkt bei den Nazis ihren Protest artikulieren. Im gesamten Gebiet rund um die Nazis blockierten AntifaschistInnen die Straßen und versuchten zu den Nazis vorzudringen. An einigen Stellen wurde auch versucht Barrikaden zu errichten. Die Dahlenburger Landstraße wurde ebenfalls kurzfristig blockiert. Trotz des riesigen Polizeiaufgebots gelang es der Polizei nicht, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Zu viele Gruppen waren unterwegs, als das die Polizei einen reibungslosen Einsatz durchführen konnte. Mehrmals ging die Polizei mit Schlagstöcken gegen die AntifaschistInnen vor. 
 
Insgesamt wurden 421 Platzverweise von der Polizei ausgesprochen. Vier Personen wurden kurzfristig in Gewahrsam genommen. Ferner kam es zur Festnahme von drei Personen. Laut Angaben der Polizei wurden acht Strafanzeigen gefertigt, unter anderem wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.
 
Nachdem der Naziaufmarsch nach nur zwei Stunden beendet wurde, kam es am Bahnhof noch zu leichten Auseinandersetzungen. Sechs Nazis wurden mit einem Bus dorthin gebracht und in den Zug gesetzt. Polizisten drängten dabei mehrere Hundert Antifaschisten ab, um den Nazis einen freien Abgang zu ermöglichen. Bei einem Schlagstockeinsatz fiel eine Einheit der Bundespolizei aus Brandenburg als besonders brutal auf.
 
Auch wenn der Naziaufmarsch nicht verhindert werden konnte, wertet die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen den Tag als Erfolg. Neben einer großen Bündnisdemo, ließen sich viele Menschen auch nicht von dem Polizeistaatsaufmarsch abschrecken und versuchten sich kreativ und vielfältig dem Naziaufmarsch entgegenzustellen.
 
Die Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen bedankt sich bei allen Menschen sehr herzlich, die sich an den unterschiedlichen Aktionen beteiligt haben und sich in die Infrastruktur (Ermittlungsausschuss, Infotelefon, Demoleitung, Infocafe Anna & Arthur) eingebracht haben. Ein besonderer Dank gilt all denen Gruppen, Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Einzelpersonen, die zur Demonstration gegen den Naziaufmarsch aufgerufen haben und somit ein gemeinsames Zeichen gegen die Nazis gesetzt haben.
 
Lüneburg, 29. Januar 2006
 
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen
 
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Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen
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